Auf der Suche nach Klassikern

Wenn man an Klassiker denkt sind Autoren wie Austen, Shakespeare, Goethe, Schiller, Kafka, Brecht und viele weitere in den Köpfen verankert. Aber wenn wir uns im Fantasygenre bewegen, was genau sind dann eigentlich Klassiker?

Um dieser Frage nachzugehen muss erst einmal der ,,Klassiker“ an sich betrachtet werden. Was ist denn nun eigentlich ein Klassiker und was macht ihn aus?
Laut Wikipedia versteht man Klassiker im Fantasybereich als Genreklassiker und somit unterliegt er anderen Kriterien als Klassiker der Hochliteratur. Es heißt, es geht bei ihnen vor allem um den Bekanntheitsgrad und um den Vorbildcharakter für folgende Werke des selben Genre. Die Zeit ein Werk ,alt werden zu lassen“ spielt also keine Rolle – so sehe ich das auch.  (Wikipedia/Klassiker)
Nun noch ein kurzer Exkurs zu dem Begriff ,,Fantasy“. Seine Ursprünge soll er in Sagen und Mythologien haben. Im Vordergrund stehen dabei ,,übernatürliche, märchenhafte und magische Elemente“. Das klingt alles sehr logisch, auch, dass das Fantastische in den Geschichten als real empfunden wird. Die politischen Verhältnisse sind zumeist dem mittelalterlichen, europäischen Feudalismus nach empfunden, aber auch andere Zeitalter sind möglich. Zudem kann man Fantasy in viele Subgenres unterteilen. Hier einige Beispiele: High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Animal Fantasy, Dark Fantasy, Kunstmärchen oder Zeitreisen und viele mehr.
(Für mehr Infos und als Quelle findet ihr diesen Link: Wikipedia.de/Fantasy)

In diesem Beitrag möchte ich mich nicht mit den schon sehr alten „Fantasy Klassikern“,  wie vielleicht griechische Epen oder alte Märchen befassen, sondern etwas aktuelleren Büchern und Autoren widmen. Hier soll nun eine kleine Sammlung an Klassikern entstehen, die meiner Meinung nach auf jeden Fall dazu gehören. Es ist also eine sehr subjektiv ausgewählte Liste. Falls ihr anderer Meinung seit oder findet es fehlt noch das ein oder andere Buch oder der ein oder andere Autor, dann schreibt es gern in die Kommentare. Ich habe mich hier auf eine Handvoll beschränken müssen, da dieser Beitrag sonst zu einer 10 seitigen Arbeit mutiert wäre.

Wie könnte ich diesen Beitrag schreiben ohne ,,Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien zu erwähnen. Ein wahrhaft meisterliches High Fantasy Epos, das wohl alle nötigen Eigenschaften eines Klassikers vereint. Mitte des 20. Jahrhunderts erschienen, hat es Millionen Leser erreicht, mit Sicherheit andere Autoren inspiriert und dazu noch als Verfilmung eine sehr gute Figur gemacht.
Nun muss ich leider gestehen, dass ich zwar die Filme kenne aber die Bücher nie gelesen habe. Deswegen habe ich mir das jetzt als Ziel gesetzt. In diesem Jahr soll es endlich geschehen und tatsächliche habe ich den ersten Teil bereits begonnen.
,,Der Hobbit“ soll nicht außer Acht gelassen werden, aber ich denke er gehört zur ,,Der Herr der Ringe“-Literatur und steht deswegen nicht einzeln.

Eine etwas aktuellere Reihe, aber tatsächlich auch schon seit 20 Jahren erhältlich, ist die Harry Potter Reihe von J.K. Rowling. Auch darüber muss man eigentlich nicht lange nachdenken. Harry Potter, eine Geschichte die jedes Kind kennt und mit dessen Namen selbst die  Eltern etwas anfangen können. Aber nicht nur 8 sehr erfolgreiche Filme, zusätzliche Bände und weitere Verfilmungen zu einem Zusatzbüchlein, zeigen uns wie stark Rowlings Geschichte den Nerv der Zeit getroffen hat. Ihre Idee hat kreative Köpfe auf der ganzen Welt inspiriert und so entstanden, Themenparks, Parodien, Computerspiele und eine Welt voller Menschen, die noch heute auf ihren Brief von – Hogwarts – Schule für Hexerei und Zauberei – warten.
Rowlings Werken wird sogar nachgesagt einen wahren Hype des Fantasygenres wiedererweckt zu haben. Laut Wikipedia hatte Rowlings Werk Einfluss auf Titel wie Eragon, die Percy Jackson Reihe und viele mehr.  (Wiki/Harry Potter)

Nun kommen wir wieder zu einem etwas älteren Werk – ,,Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll, 1871 erschienen. Man muss nicht einmal das Buch gelesen haben um zu erfahren welche irrwitzige Welt Caroll konstruiert hat. Dank zweimaliger Verfilmung von Disney und vielen weiteren, reicht der Blick in die Online Videothek. Lewis Carolls Werk ist in so vielerlei Hinsicht beispiellos, dass es sich einen Platz auf dieser kleinen Klassikerliste mehr als verdient hat (wenn es nicht sogar als Klassiker der Hochliteratur gilt.) Es gibt viele Adaptionen und zweifellos wird es auch in den kommenden Jahrzehnten weitere kreative Köpfe und ambitionierte Leser inspirieren und begeistern.
(Wiki/Alice)

Ein weiterer Klassiker der fantastischen Literatur ist für mich definitiv ,,Dracula“ von Bram Stoker, aus dem Jahr 1897. Wie ihr bereits wisst oder jetzt erfahrt, bin ich ein großer Liebhaber von Vampirromanen, denn damit hat meine Leseleidenschaft begonnen. Stokers Werk war eindeutig der Grundbaustein vieler nachfolgender Vampirromane und wird es immer sein. Als Fan der Vampirliteratur, dachte ich mir bereits vor Jahren es ist wichtig dieses Werk zu lesen. (Wiki/Dracula)
Das ist auch ein Grund warum ich diese Liste erstelle. Ich bin kein großer Fan von Klassikern der Hochliteratur, denn die muss ich  zu Unizwecken sowieso lesen. Also suche ich mir Klassiker im Fantasybereich, denn die will ich lesen und es ist doch immer gut Klassiker gelesen zu haben.

,,Frankenstein“ von Mary Shelley aus dem Jahr 1808 wurde 2015 zu einem der bedeutendsten britischen Romane gewählt. (Wenn das nicht mal gute Voraussetzungen sind.) Es ist eine Geschichte die den Leser zum fürchten bringt und zum nachdenken, über das Mögliche und das Nötige. Oft wird der Vergleich mit Goethes Faust und der Prometheus Erzählung gezogen, weitere fantastische Werke der Literatur. Ich denke, auch seine Rolle und Tragweite in der literarischen Welt geben mir Recht es in die Klassikerliste aufzunehmen.
(Wiki/Frankenstein)

Ab diesem Punkt wird es kritisch. Die oben genannten Werke und Autoren sind mir relativ schnell in den Sinn gekommen. Doch kann das schon alles sein? Fünf Werke als Klassiker aus einem riesigen Spektrum an Geschichten…

Ein Buch das zu meiner persönlichen Klassikerliste gehört ist ,,Der goldene Topf“ von E.T.A. Hoffmann, von 1814. Es war ein Buch auf der Schulliteraturliste und hat mich mit seiner Verrücktheit ähnlich begeistern wie Carolls ,,Alice im Wunderland“. Allgemein die Bücher von Hoffmann sind sehr eigen und vielleicht auch etwas irrsinnig. Zudem spielt die Geschichte in Dresden, meinem aktuellen Wohnort, und schon damals ein sehr leicht zu erreichendes Ziel. In jungen Jahren eine so seltsame Geschichte zu lesen, die in der nächsten Großstadt spielt, ist doch die beste Voraussetzung für kreatives und ,,anders“ denken.

Weil ich noch etwas mehr gedanklichen Input brauchte habe ich mich an die Twittergemeinde gewandt. Ihr alle hattet viele tolle Idee, die mir zwar weitergeholfen, es mir aber nicht leichter gemacht haben Klassiker zu finden.
Hier ein paar Beispiele die genannt wurden:
Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin (Für mich gehört es nicht zu den Klassikern, aber vielleicht wird es mal einer. Ich persönlich habe die Bücher nie gelesen und habe auch nicht den Drang dazu.)
Die unendliche Geschichte von Michael Ende (Kann ich nicht beurteilen, denn die Filme haben mich noch nie interessiert und so auch nicht die Bücher.)
Jurassic Park von Michael Crichton (Könnte vielleicht zu einem Klassiker werden, nur leider wusste ich nicht einmal, dass es auf einem Buch basiert. Das sollte ich mir mal ansehen…)
Die Chroniken von Narnia von Clive Staples Lewis (Diese Reihe mag vielleicht eine wunderbare Fantasywelt beschreiben, aber ich glaube ein richtiger Klassiker ist es nicht und wird es nicht.)
Die Avalon Bücher von Marion Zimmer Bradley, Bücher von Kai Meyer und viele mehr.

Jetzt seit ihr an der Reihe. Was sind für euch Fantasy Klassiker und (wichtig) warum ? Und was ist euer persönlicher Klassiker?


*Meine Hauptquelle war Wikipedia, da ich leider nicht wusste wo man nach solchen Daten sonst suchen sollte. Falls ihr dazu noch Tipps habt – gerne her.
Bitter denkt daran, dass diese Liste meine persönliche Meinung zeigt. Falls ihr eine andere habt, lasst sie mir gern in den Kommentaren da.

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19 Gedanken zu “Auf der Suche nach Klassikern

  1. Interessanter Beitrag, wobei ich nicht mit allen Punkten zustimmen würde 😀 Alice im Wunderland gehört für mich eher zu der Kinderbuchklassikern. Es ist zwar Fantasy, aber für mich gehört es zu den ’normalen‘ Klassikern. Macht man hier überhaupt einen Unterschied?
    Bei Das Lies von Eis und Feuer kann ich mir durchaus vorstellen, dasses bal zu den modernen Klassikern zählen wird. Ich habe die Reihe mie gelesen, aber bin der Serie vollkommen verfallen. Gerade deshalb kann ich es mir gut vorstellen.
    Einige andere aufgezählte Bücher kenne ich gar noch nicht, das muss ich schleunigst nachholen! 🙂
    Liebe Grüsse
    Julia

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    1. Tja, nun das ist die Frage. Bedeutet Klassiker im Fantasybereich was anderes als Klassiker im Kinderbuchbereich oder ist Klassiker = Klassiker, egal wo man ihn einordnet.
      Aber bei ,Das Lied von Eis und Feuer‘ kann ich mich noch nicht richtig damit anfreunden ihn als Klassiker zu sehen. Die Serie ist vielleicht noch beliebter als die Bücher und muss man am Ende alle ,,20″ Bände (ich weiß die genaue Anzahl nicht, nur das es viele sind) zu Klassikern werden?

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  2. Schöner Blogpost, Fantasy wird ja wirklich oft wie ein Stiefkind der „echten“ Literatur behandelt.

    So als Romanistin fällt mir da Jules Verne ein (Reise zum Mittelpunkt der Welt, etc.) und aus der englische Bibliothekskarte noch das Gespenst von Canterbury.

    Ganz liebe Grüße aus UK

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    1. Ja, Jules Verne hatte ich auch im Kopf, aber auf Twitter haben wir uns eher bei ihm für Science Fiction entschlossen und weniger Fantasy. Obwohl das vielleicht auch nicht für alle Werke zutrifft. Allerdings klingt ,Das Gespenst von Canterbury“ schon sehr spannend und auch schon etwas älter – das sehe ich mir mal an. Danke! 🙂
      Schöne Grüße zurück ins schöne Uk 🙂

      Gefällt 2 Personen

  3. Sehr interessanter Beitrag 😀 Gerade im Bereich der Fantasy finde ich es auch unglaublich schwierig „richtige“ Klassiker zu definieren. Ich würde aber definitiv noch die ein oder andere Reihe von Tad Williams (beispielsweise „Das Geheimnis der großen Schwerter) mit rein nehmen. Einfacher ist es meiner Meinung nach für den Kinder- und Jugendbuch-Bereich. Da würde ich dann definitiv „Momo“(Michael Ende) oder vielleicht auch „Brüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren einordnen.

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    1. Danke für dein Kommentar. Ja ich finde es wirklich schwierig, vor allem da so unglaublich viele Bücher eventuell oder eben auch nicht, dazu geeignet sind ein Klassiker zu werden. Eine geeignete Formel dafür gibt es ja nicht. Und ich denke Klassiker kann man auch, je nach Generation anders betrachten.

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  4. Ui! Eine feine Dose Würmer 🙂 Die Liste kann nie für alle richtig sein ^^

    Hast Du Horror absichtlich außen vor gelassen? Da würden noch E. A. Poe, H. P. Lovecraft oder Oscar Wilde mit seinem Dorian Gray fehlen (also für mich).

    Die alten Sword and Sorcery Fantasy Sachen sind auch toll. Und für mich wirklich prägend für die Fantasy. Edgar Rice Burroughs mit John Carter from Mars oder Robert E. Howard mit Conan (ja, genau der!), Michael Moorcock mit vielen Geschichten oder Ursula K. Le Guin mit Erdsee

    Die haben ganz viel geschrieben, was heute als sehr typisch für Fantasy-Geschichten gilt. Damals war das aber neu.

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      1. Ja, habe ich. Und ich fand sie echt gut. Es ist zwar schon ewig her, aber die Geschichte selbst ist ziemlich zeitlos.

        Die anderen bekommst Du z. T. schon recht günstig. Robert E. Howard sogar schon bei Projekt Gutenberg (Reihe „Weird Tales“)

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  5. Also ich finde Narnia ist sehr wohl ein Klassiker. Um dieselbe Zeit wie Der Herr der Ringe geschrieben und wesentlich besser und ein Meisterwerk.
    Auch die unendliche Geschichte ist ein Klassiker und mehr als Großartig. Wenn du die Bücher nie gelesen hast, solltest du sie nicht voreilig nicht dazu zählen sondern erst lesen. Und ich bin sicher sie könnten dir gefallen. Aber mit Game of Thrones hast du recht. Dafür sind sie zu jung. Aber irgendwann werden sie bestimmt dazu gehören, wenn Martin mal mit dem schreiben fertig wird. 😂
    Ein schöner Beitrag trotzdem.

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  6. Toller Blogbeitrag und tolle Idee!! Ich finde es sehr gut, dass jemand nicht nur auf die alten Klassiker eingeht!!
    Ich finde auch, dass Harry Potter definitiv ein Fantasy Klassiker ist!! (soo viele Fans und Leser auf der ganzen Welt etc.) 🙂 Außerdem kennt fast jeder die Bücher oder Filme, wenn man über das Thema Bücher oder speziell Harry Potter redet und ich finde, dass das bei Klassikern auch eine sehr große Rolle spielt 🙂
    Für mich wäre (aus den selben Gründen) eventuell noch Twilight (Also die Bis(s) Reihe) ein Fantasy Klassiker, aber sonst hast du echt schon alle genannt 🙂

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  7. Zu Alice im Wunderland gibt es eine niedliche Anekdote – Lewis Carroll war nur der Künstlername, unter dem die Romane veröffentlicht wurden, ansonsten war Charles Dodgson Mathematiker. Queen Victoria war so angetan von den Romanen, dass sie befahl mehr Lesestoff von dem Autor gebracht zu bekommen, notfalls auch das, was unter eigenem Namen veröffentlicht wurde – und war überrascht, mathematische Abhandlungen zu bekommen. Alice im Wunderland ist im Original weniger Kinderbuch als man es durch Disney in Erinnerung hat und es gehört für mich definitiv in diese Reihe der Fantasyklassiker.
    Neben Tolkien ist denke ich auch „Die Chroniken von Narnia“ zu erwähnen. Dann fiele mir noch „Der goldene Kompass“ (His dark Materials – Trilogie) ein.
    Und – eine Mischung aus Historie und Fantasy – die Outlander Saga von Diana Gabaldon.

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