Wenn der Klappentext zu viel erzählt.

Ein Phänomen, das doch bestimmt schon jedem von euch mal begegnet ist.

Es gibt Bücher die einen interessieren, aber man ist sich noch nicht sicher ob man es wirklich lesen, geschweige denn kaufen will. Was tut man? Den Klappentext lesen, oder was auf der Buchrückseite steht. Was mir dabei aber leider schon häufig passiert ist, dass der Klappentext einfach alles verrät und wozu soll ich das Buch dann noch lesen?

Wie bei allem, gibt es auch hier viele Arten einen Klappentext zu schreiben. Bisher habe ich 3 Arten gesehen bzw. gelesen. Die erste Art ist, ein paar besonders aussagekräftige Zeilen zu nehmen, die nicht zu viel verraten, den Leser aber dennoch neugierig machen sollen. Dann gibt es entweder die Art, die die spannendsten Punkte herausfiltert, ohne zu viel zu sagen und die Version bei der man nach dem Klappentext die „gesamte“ Geschichte kennt. Einen Klappentext zu lesen in dem (wie ich finde) wichtige Ereignisse in der Geschichte schon vorweg genommen werden, machen mich manchmal echt wütend. Da bekommt man einen riesen Spoiler vorgesetzt und das vom Verlag! (Wenn wenigstens eine Spoilerwarnung vorhanden wäre…)

Ein Beispiel das mir im Gedächtnis geblieben ist: (Achtung Spoiler)

,,Dunkelheit ist über die Welt gekommen. Die Städte liegen in Ruinen, und über die letzten Menschen herrschen Vampire. In dieser Welt lebt die ebenso eigensinnige wie mutige Allie. Um zu überleben, stiehlt und plündert sie in den gefährlichsten Gegenden. Als Allie eines Nachts von einem mächtigen Vampir erwischt wird, stellt sie dieser vor eine unglaubliche Wahl: Tod oder Unsterblichkeit. Allie wird selbst zum Vampir und nutzt ihre neue Macht, um sich einer Rebellengruppe anzuschließen. Zum ersten Mal in ihrem Leben lernt sie Freundschaft und sogar Liebe kennen. Nur wie lange kann sie ihren Blutdurst noch unterdrücken?“ (Quelle: Unterblich 1 – Tor der Dämmerung von Julie Kagawa)

Den oberen Teil fand ich toll und dann dachte ich mir so … aha. Der Hauptcharakter wird also zum Vampir… Die Spannung an dieser Stelle des Buches ist so gleich mal auf Null gerutscht und dass auf den ersten hundert Seiten. Versteht mich nicht falsch, ich habe das Buch geliebt, denn es war ein ausgesprochen guter Vampirroman. Trotzdem fand ich persönlich im nachhinein den Klappentext nicht ganz passend. (Natürlich ist das Geschmackssache.)

Bei meiner Rezension dazu habe ich dann versucht es etwas anders zu formulieren und das kam dabei raus:
Allison lebt in einer Welt, die von Vampiren beherrscht wird und Menschen nichts weiter als Nutztiere sind. Als Unregistrierte kämpft sie jeden Tag im Saum mit ihren Mitstreitern um ihr Leben. Fast am verhungern entdeckt Allie eines Tages außerhalb der Stadt etwas, das ihr und ihrer Gruppe das Leben retten könnte. Aber der Weg und die Umgebung sind gefährlich. Trotz der Gefahren machen sie sich auf den Weg. Was sie jedoch vor den Stadtmauern erwartet ist schlimmer als alles was sie kannten. Allison steht nun vor der Entscheidung – Leben oder Sterben. Aber gibt es da überhaupt einen Unterschied?

Natürlich bin ich kein Profi und ich weiß nicht wieso, weshalb, warum Klappentexte so geschrieben werden, wie sie geschrieben wurden. Es mag auch daran liegen, dass jeder andere Informationen für wichtig oder essentiell hält. Bei diesem Beispiel hätte ich auf jeden Fall die Tatsache mit der Verwandlung weg gelassen, da ich es so persönlich spannender gefunden hätte. Aber, wie gesagt nur ein Beispiel.

Fällt euch zu dem Thema ein Beispiel ein?

Seit dem es nun immer wieder mal vorkommt, dass ich mich von einem Klappentext gespoilert fühle, habe ich mich dazu entschlossen keine mehr zu lesen. Meisten sehe ich sie mir erst an, wenn ich das Buch bereits gelesen habe und eine Rezension dazu schreiben will. Manchmal lese ich auch einfach Spoiler freie Rezensionen (oder sehe mir Reviews dazu an) von Bloggern, da sie ja extra darauf bedacht sind nicht zu viel zu erzählen und das den meisten auch gut gelingt.

Wie handhabt ihr das? Lest ihr Klappentexte oder vermeidet ihr es lieber?

Wenn ich ehrlich bin habe ich allgemein eher selten tatsächliche Klappentexte gelesen, da ja eine Kurzfassung meistens auf der Buchrückseite steht (oder ist das auch ein „Klappentext“?). Ich kann aber verstehen warum es längere Ausführungen gibt, da bestimmt viele erst ein Buch kaufen wollen, bei dem sie mit Sicherheit wissen, was der Inhalt ist. Persönlich, lasse ich mich lieber überraschen und schnappe mir nur ein paar Infos dazu über Social Media oder über eigene Recherchen auf. (Obwohl Social Media der größte Teil davon ist!)

Nichts­des­to­trotz (seltsames Wort) finde ich es schade, dass es Klappentexte gibt, die zu viel erzählen. Falls sich jemand damit auskennt kann er mir ja gern mal in die Kommentare schreiben wieso und wie man einen Klappentext aufbauen muss!

Was haltet ihr von dem ganzen Thema Klappentexte? Haltet ihr sie überhaupt noch für wichtig, stört es euch auch oder ist euch das völlig egal? Schreibt mir gern eure Meinung in die Kommentare!


#GedankensalatamSonntag

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16 Gedanken zu “Wenn der Klappentext zu viel erzählt.

  1. Es gibt noch eine andere Art der Klappentexte, die ich hasse, Texte die nur aus klischeehaften Worthülsen bestehen und man merkt das diese Stichwortsammlungen lediglich Verkaufe sind. Gegenbeispiel, weil es mir so gefällt, auf Rainald Goetzes Roman Irre über die Psychiatrie steht lediglich „Don’t cry – work!“

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  2. Hey!
    Interessanter Gedankensalat 🙂
    Ich lese mittlerweile auch keine KT mehr, also das, was hinten auf dem Buch steht.
    Für mich verraten sie einfach meistens viel zu viel.
    Ich lese sie, so wie du, erst nachher bzw. beim Rezensieren, und stelle sehr oft fest, dass ich froh sein kann ihn nicht vorher gelesen zu haben. Somit überraschen mich auch vermeintliche Kleinigkeiten.
    Bei der Kauffrage helfen mir spoilerfreie Rezensionen der Blogger meines Vertrauens.
    Oder es handelt sich um Bücher meiner Lieblingsautoren, da ist es mir dann fast egal, worum es in dem Buch geht. 😀

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  3. Also prinzipiell finde ich Klappentexte (egal ob auf der Innenseite oder der Rückseite^^) schon wichtig, denn nicht jedes Buch in der Buchhandlung kennt man und woher soll man wissen, um was es sich handelt – wenn es nicht irgendwo auf dem Buch angerissen wird? Aber ich kenne auch einige Exemplare, bei denen zu viel vorweg genommen wird.

    Als Beispiel fällt mir da die Terranauten ein. Da wird das prägendste Ereignis bereits erwähnt, was mich wirklich geärgert hat. Das macht viel Lesefreude kaputt. Man hätte es durchaus auch einfach … umschreiben können.

    Schöner Beitrag übrigens! 🙂

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  4. Hi,

    ich lese die Klappentexte eigentlich schon. Sie helfen mir bei der Entscheidung, ob mich die Geschichte interessiert oder nicht. Manchmal hat man ja auch spontan mal ein Buch in der Hand, wenn man unversehens in der Buchhandlung gelandet ist. Oder man will daheim unter mehreren SuB-Büchern dasjenige auswählen, dass der eigenen Lesestimmung gerade am meisten entspricht… 🙂
    Aber es stimmt, viele Klappentexte könnten besser sein. Der Autor gibt sich schließlich viel Mühe mit dem Buch. Muss ich da vom Verlag einen zweitklassigen Klappentext erwarten?
    VG Jennifer

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  5. Mir ist das schon oft aufgefallen. Ich lese teilweise den Klappentext bzw überfliege ich auch teilweise nur. Kommt drauf an. Und das Beispiel mit Julie Kagawa ist super. Das ist mir da auch aufgefallen und fand das blöd. aber da fällt mir einiges auf Anhieb ein!

    xoxo

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    1. Ja so geht es mir auch. 😊Aber wahrscheinlich geht es bei uns weil wir meistens eine Ahnung von dem Buch haben und worum es geht 😊
      Es macht einfach viel mehr Spaß sich überraschen zu lassen und da reichen mir auch die kleinsten Infos, damit ich mich für ein Buch entscheide 😁

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  6. Huhu
    erst einmal: „Nichts­des­to­trotz“ ist wirklich ein super komisches Wort. Habe mich das auf schon häufiger gefragt. *lach*
    Zum Thema: Ich habe mich auch schon oft geärgert, wenn ein Klapptext zu viel verrät – manchmal bis zur Mitte des Buches warte ich nur drauf, dass es endlich passier, was ich vorher schon auf dem Klapptext gelesen habe (Spannung gleich 0). Viele Autoren/Verlage bekommen es aber wirklich gut hin, einen das Buch sehr schmackhaft zu machen ohne zuviel zu verraten.
    Ich lese ein Klapptext trotzdem, bevor ich ein Buch kaufe – weil ich doch wissen möchte, ob es mich inhaltlich überhaupt anspricht.
    Sehr schöner Artikel!
    Liebe Grüße
    Sandra

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  7. Hallo! 🙂
    Toller Beitrag! Das kenn ich auch sehr gut und hatte das Thema erst letztens bei der Dilogie „Nadiya & Seth“ von Stefanie Hasse. Die Klappentexte fassen einfach schon den Inhalt zusammen…im Nachhinein habe ich mich da auch gefragt, warum ich das Buch überhaupt gelesen habe. Ich lese i.d.R trotzdem immer noch die Klappentexte. In meinen Rezensionen fasse ich dann den Inhalt selber zusammen – wie du. Daran erkennt man dann immer ganz gut, wie viel der KT meiner Meinung nach über den Inhalt verrät…
    Lg Michi

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  8. Da ich zur „anderen Seite“, nämlich den Klappentextverfassern gehöre, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der Klappentext eine Gratwanderung ist. Und einiges an Arbeit verursacht.
    Je nach Zielgruppe kann / muss der Text mit (pawlowschen) Schlüsselwörtern angereichert werden, z.B. „Millionär“, „Milliardär“ u.s.w., oder mit Hinweisen darauf, wie die Geschichte endet, um Enttäuschungen zu vermeiden (am Ende kriegt er sie, aber beide sterben, oder so) .
    Wie handhabe ich das? Ich versuche, dem Leser einen Eindruck davon zu verschaffen, was ihn erwartet. Sowie die Grundidee des Romans unterzubringen. Er soll neugierig machen „was zwischen den Buchdeckeln passiert“, gleichzeitig aber nicht wie es passiert. Meist diskutiere ich den Klappentext mit Schreibkollegen, bevor die endgültige Fassung dann veröffentlicht wird.

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    1. Es ist toll die Erfahrung der „anderen Seite“ auch zu hören. Es klingt interessant und einleuchtend. Ich wusste nicht das Dinge wie das Ende einer Geschichte mit hinein gehören. Aber ich verstehe wieso es eine Gradwanderung ist. Es ist nicht leicht alles unter einen Hut zu bekommen.

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      1. Dass das Ende immer hinein muss, wäre zu viel des Guten. Es kommt wirklich auf die erzählte Geschichte an. Versuch einer Erklärung, darf gern diskutiert werden:
        1. Wichtig ist wahrscheinlich, dass der Leser im Klappentext etwas Erwartetes findet, wo er sich mental einklinken kann. Im weitesten Sinne Dinge, die er kennt, das können durchaus auch Klischees sein. 2. Eine Information, in welcher Richtung die Geschichte sich entwickelt. Vielleicht auch etwas, was der Leser aus vorherigen Infos (z.B. vorhergehenden Teilen) schlussfolgern konnte. Was nicht heißt, dass dann keine Überraschungen mehr vorkommen dürfen. 3. Ein neues Element, welches das Verhältnis des bisher gezeigten in Frage stellt oder in anderem Licht erscheinen lässt. Das kann durchaus das tatsächliche Ende des Buches sein, muss es aber nicht.
        1.-3. stehen zwischen den Buchdeckeln. Und der Leser sollte sich fragen, wie der Autor es schafft, dort hinzukommen. Das ist die erzählte Geschichte. Dann kauft er wahrscheinlich das Buch.

        Ich spoilere mal einen eigenen Klappentext, um das zu zeigen:

        1.
        Drei Erwachsenen und zehn Kindern/Jugendlichen ist die Flucht von der Erde geglückt. Nach fast zwei Jahren Odyssee durch das Sonnensystem haben sie den Tranportknoten passiert, befinden sich nun im Gebiet der Liga der Raumfahrenden Völker.
        2.
        Doch das Direktorat der Erde hat einen langen Arm: die Händler, die seit einem halben Jahrtausend von der Ausbeutung der Erde profitieren. Die Auseinandersetzung, vor der die Reisenden hofften, sich auf Zeit in Sicherheit zu bringen, folgt ihnen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Händler in die schmutzigen Geschäfte mit der Erde verwickelt sind. Auch für die auf der Erde zurückgelassenen Freunde wird es härter.
        3.
        Ein völlig unerwarteter Spieler tritt auf den Plan und fordert nicht weniger als alles.

        Es ist natürlich nicht stringent, was die Struktur betrifft, lässt sich aber bei den meisten ansprechenden Klappentexten finden. Sie erzählen die Geschichte, ohne die Details zu verraten, weswegen sie dann gelesen wird.

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  9. Ich lese natürlich Klappentexte, sonst weiß ich ja nicht wovon das Buch handelt, aber lieber sind mir eigentlich eigene Zusammenfassungen von Bloggern, weil die eben schon rausfiltern können, dass genug aber nicht zu viel gesagt wird und die meisten machen das auch echt gut. Ich hatte auch schon den Fall, dass 3/4 der Handlung schon im Klappentext stand und das hat mich richtig genervt, weil ich dadurch eben 3/4 gelangweilt war, weil ich schon wusste was kommt. Nervig finde ich aber auch Klappentexte, die keinerlei Aussage haben, sondern nur ein paar mysteriöse Sätze, die manchmal nicht mal darauf schließen lassen, was man für ein Genre vor sich hat. Keine Ahnung, wieso Verlage sich bei sowas denken, dass das eine gute Idee ist.

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