Das Problem mit Rezensionen 2/2

Im ersten Beitrag habe ich etwas über mein Bewertungssystem gesprochen und habe viel Input bekommen, wie man anstatt von Sternen seine Leseerfahrung bewerten bzw. mitteilen kann. Aber die Frage, die ich mir aufgrund verschiedener Diskussionen gestellt habe ist: Kann man Bücher richtig oder falsch bewerten? Immerhin ist doch alles subjektiv und die persönliche Meinung des Rezensenten! Und immerhin darf doch jeder seine Meinung sagen, oder?In meinem letzten Beitrag zu dem Bewertungssystemen wurde ein Beitrag verlinkt, der auf die Reaktion einer Autorin einging. (->Link dazu hier<-) Das war eine Zeit lang ein großes Thema in der Bloggerwelt, da sich die Autorin über eine Sternebewertung zu ihrem Buch ausgelassen hat. Obwohl die Bewertung recht gut war – aber das ist ja wieder eine sehr persönliche Ansicht. Und wie man auch immer zu Sternebewertungen stehen mag, ist doch die Frage, darf man sich in dem Maße darüber aufregen?

Nun ist es nicht das erste Mal, dass ich davon höre, dass sich entweder Autoren oder andere Blogger oder Literaturkritiker darüber auslassen wie viele Blogger/ Rezensenten „falsch“ rezensieren oder, dass sie zu persönlich schreiben. Und witzeln über Begriffe, die sie selbst nie verwenden würden und Details, wie zum Beispiel die Covergestaltung, die ja so unglaublich unwichtig für die Geschichte an sich sind und deswegen nicht in eine Rezension gehören.

Ich denke es gibt definitiv Dinge die unbedingt in eine Rezension gehören (also die Basics + eine gewisse eigene Nuance, Schreibstil etc.) und die, die es nicht tun. Damit ich nicht noch einmal alles aufzählen muss verlinke ich euch einen tollen Beitrag von Anna zu Rezensionen, den ihr euch bei Gelegenheit gern einmal durchlesen könnt (->Link dazu hier<-).

Es gibt Dinge bei Rezensionen die da sein sollten oder auch müssen. Außer, dass man immer seine Quellen angeben muss, wenn man sich Bilder oder anderes aneignet, sollten doch die Basics da sein, seine ehrliche Meinung zu dem Buch mit Pro und Contra zum Beispiel. Aber etwas das nicht geht ist Respektlosigkeit und Beleidigungen gegenüber dem Autor, dem Verlag oder Fans. Etwas zu bewerten sollte auf einer „friedlichen“ Basis geschehen. Natürlich ist alles was wir tun, rezensieren oder ranten eine sehr persönliche Sache. Immerhin sprechen wir über unsere Meinung und Gefühle zu einem Buch oder einer Reihe. Einen weiteren tollen Beitrag zu Rezensionen findet ihr bei Mareike (->Link dazu hier<-). Deswegen finde ich die Forderung, dass man objektiver beurteilen soll etwas paradox.

Problematisch finde ich es auch zu „verlangen“ nur noch positive Meinungen zuteilen. Ich habe nun schon öfters gesehen bzw. gelesen, dass man negative Meinungen haben kann, aber die ja wohl bitte im persönlichen Rahmen bleiben sollen, weil Autoren/ Verlag viel Arbeit in ein Buch stecken.
Das stimmt! Ein Buch ist unglaublich viel Arbeit und das Gedankengut und die Idee einer Person, aber sollte man deswegen seine Meinung nicht äußern dürfen? Bzw. nur über „gute“ Bücher schreiben können?

Negative Meinungen sind wichtig für Leser, denn nur können sie die Spreu vom Weizen trennen. Wenn nur noch gute bis hervorragende Rezensionen online kommen würden, wie sollte man dann herausfinden was wirklich „gut“ ist und was nicht, oder was zu einem passt und was nicht?

Ich verstehe auch die Bedenken bei Rant-Rezensionen, denke jedoch, dass sie – wie jede andere Rezension – ihre Daseinsberechtigung haben. Immerhin wollen sie provozieren, aber sie geben trotz allem die Meinung des Rezensenten wieder. Und manchmal muss man sich auch einfach den Frust von der Seele schreiben.
Ich persönlich finde jedoch es gibt eine Grenze. Sobald der Autor/Verlag oder was auch immer persönlich angegriffen oder beleidigt wird geht die Rezension oder der Rant zu weit. Satire? Sarkasmus? Gern!

Etwas ärgerlich finde ich persönlich auch die Diskussion, dass z.B. das Coverdesign bei einer Rezension keinen Platz haben oder Dinge wie ,,es war okay, aber einfach nicht mein Genre“ angeblich Anzeichen von weniger guten Rezensionen sind.

Das Buch wird nun einmal in einem Umschlag verkauf. Man sieht das Cover als erstes und für mich macht es da schon etwas aus. Eine kleine Anmerkung genügt dabei, aber das macht am Ende die Rezension nicht besser oder schlechter – jedenfalls sollte es nicht so sein!

Sowohl bei deutschen als auch bei englischen Bloggern/ BookTubern habe ich diese Diskussion nun schon mitbekommen. Ich persönlich denke jeder sollte rezensieren wie er es will. So entsteht eine Vielfalt an Rezensionen und man kann lesen, was man möchte.
Allerdings bin ich weder Autor noch Verlagsmitarbeiter und kann deswegen nicht aus deren Perspektive sprechen.

Habt ihr von dem ganzen Thema etwas mitbekommen und was haltet ihr davon?

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9 Gedanken zu “Das Problem mit Rezensionen 2/2

  1. Ich bin auch Autorin und als Neu Bloggerin habe ich auch schon negative Rezis geschrieben und da werden auch noch mehr kommen, weil ich nun mal ehrlich bin. Ich habe schon sehr verletzende Kritik bekommen und eigentlich trifft jede Kritik irgendwie, weil man so viel Arbeit in einem Buch steckt. Allerdings finde ich generell negative Rezensionen sehr wichtig (sofern sie respektvoll kommuniziert und begründet werden), denn ohne die negative Kritik lernt man nicht, verbessert sich und weiß, was man falsch gemacht hat oder zumindest beim Leser nicht ankommt. Das gehört einfach dazu.
    Liebe Grüße,
    Yvonne 🙂

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    1. Danke Yvonne für deinen Kommentar 🙂 Es ist schön etwas aus der Autorenperspektive zu erfahren.

      Ich finde es toll wie du darüber denkst. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sehr es einen beeinflusst eine negative Reaktion auf ein hart und mit Herzblut erarbeitetes Werk zu bekommen. Aber sich dadurch zu verbessern und über sich hinauszuwachsen klingt nach einer guten Lösung 🙂

      1 negative wiegt manchmal mehr als 100 positive Rezensionen – aber da sollte man sich doch mal selbst für sein können etwas mehr Mut zu sprechen und sich auf die Schulter klopfen was man geschafft hat – und das kann nicht jeder ! 🙂 ❤

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  2. Ich habe die Diskussion nur am Rande mitbekommen, fand es aber etwas seltsam auf der einen Seite professionellere Rezensionen zu fordern und auf der anderen Seite Blogger vorzuführen, indem der Ausdruck oder Begrifflichkeiten bemängelt wurden.
    Ich lese sowohl positive als auch negative Rezensionen, bin aber kein Freund von Verrissen, mich interessiert mehr eine objektive und begründete Meinung. Und wenn ich ehrlich bin, sehe ich es auch so, dass Aussagen wie „war okay, aber nicht mein Genre“ die Rezension abwerten. Denn unterm Strich ist eine Rezi Literaturkritik und daher sollte man das Buch im richtigen Kontext, also nach Zielgruppe und Genre, beurteilen. Ebenso bei Satire und Sarkasmus – klar, das kann amüsant sein, aber meistens klingen solche Rezis eher polemisch und respektlos.Auch eine eigene Meinung lässt sich in einem neutralen Ton formulieren, aber da muss jeder selbst entscheiden, welchen Anspruch er an die eigenen Texte hat. Möchte er lieber unterhalten oder informieren?
    Beim Cover bin ich ganz bei Dir, wir beurteilen ja nicht das Textmanuskript, sondern das Buch und da ist das Cover ein wesentlicher Bestandteil, ich gehe eher selten aufs Cover ein, aber wieso sollte man es nicht erwähnen? Wer keinen Cover-Kauf im Buchregal hat, möge bitte vortreten 😉

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    1. Hey 🙂 Danke für deinen Kommentar.

      Ich persönlich finde die Aussage ,,dass etwas nicht mein Genre war “ insofern okay, wenn man das Buch trotzdem weiterhin für die Zielgruppe bewertet. Z.b. man liest ein Jugendbuch und am Ende ist es nichts für einen, weil man mit dem Genre leider doch nichts anfangen kann. Sagt aber z.B. dass man sich vorstellen kann es wäre gut/ schlecht für die Zielgruppe, weil … ( z.B. besonders tolles Frauenbild oder vllt schlechte Darstellung von Homosexualität)

      Bein Rants und Verrissen finde ich das Thema an sich ziemlich heikel. Wie du finde ich, dass es wirklich gut gemacht sein muss damit es nicht respektlos wirkt. Und klar es ist unterhaltsam, aber so lange es auch informativ bleibt finde ich es okay. Manchmal kann man aus objektiv nachvollziehbaren Gründen ein Buch die Hölle heiß machen (vllt Verherrlichung von Gewalt o.Ä.) Ein guter Mix aus beiden wäre perfekt.

      -> Und ich gehöre definitiv zu den Cover-KäuferInnen 😀

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  3. Hallöchen 🙂
    danke für deinen tollen Beitrag. Ich finde auch, dass es sowohl positive als auch negative Rezensionen geben sollte. Wie du schon sagst, bestehen Rezensionen immer aus eigenen Meinungen und niemals objektiv. Aus diesem Grund gibt es auch kein richtig oder falsch dabei.
    Ich finde es nur immer wieder wichtig, dass man seine Meinungen begründet. Einfach nur schreiben dies oder jenes war gut/schlecht ohne es genau zu erklären, finde ich problematisch.
    Als Leser der Rezension stelle ich mir nämlich dann die Frage: warum war das Buch jetzt gut/schlecht?
    Zu Verlagen und Autoren: also gerade bei Autoren kann ich mir vorstellen, dass eine negative Rezension schon ein kleiner Stich in Herz ist, immerhin arbeitet man so lange und hart an dem Buch. Aber damit muss man rechnen und umgehen lernen. Bevor man ausflippt und vielleicht Blogger angreift, noch einmal in sich gehen und mit Freunden reden. Denn wenn die Mehrheit das Buch mag, warum sollte man sich über eine Kritik aufregen? So ist es überall.
    Bei Verlagen habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht, wenn ich einmal ein Buch negativ bewertet habe. Lieber eine ehrliche Meinung als gelogen.
    Ein weiteres Beispiel: ich habe auf meinem Blog ein Buch wirklich nucht gut wegkommen lassen. Jetzt lese ich das 2. Buch des Autors und er hat die erste Bewertung gesehen. Er schrieb mir daraufhin, dass er hofft, dass mir sein 2. Buch besser gefällt und ist auf die Meinung gespannt.
    Liebe Grüße
    Jule

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    1. Danke für dein Kommentar 🙂

      Du hast definitiv recht, dass man seine Meinung immer begründen sollte! Sonst weiß derjenige der es liest ja überhaupt nix mit anzufangen.

      So wie der Autor reagiert hat finde ich es wirklich toll! Wie in einem anderen Kommentar schon mal erwähnt wurde, ist eine negative Rezension vielleicht auch lieber für den Autor als Inspiration zu sehen – eventuell an seiner Arbeit zu wachsen usw. Ich kann es mir nicht vorstellen wie tief der Stich gehen muss, wenn jemand seine Arbeit mit Freuden zerreist, aber es muss ziemlich weh tun. Wichtig ist es aber dann, was du gesagt hast. Kühlen Kopf behalten, darüber nachdenken, reden etc. Eine schlechte Rezension bedeutet immerhin nicht alles ist dahin.

      Persönlich habe ich auch nur gute Erfahrungen mit Verlagen gemacht. Habe etwas negatives zu dem Thema mit Verlagen bisher auch nur aus dem amerikanischen BookTube-Raum gehört. Zum Glück. Wie du, finde ich eine ehrliche Meinung ist am meisten wert 🙂

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  4. Hallöchen,
    ich finde ja, dass man immer seine eigene Meinung äußern darf. Und das ganze muss nicht so professionell kritisch sein, weil wir nun einmal Blogger sind und keine Literaturkritiker in Zeitungen und Co. ABER, und das ist wichtig (du sagst es ja auch selbst), es sollte immer Respekt dabei sein! Ich finde, man sollte auf seine Wortwahl achten, weil Aussagen wie „Die Protagonistin war scheiße“ einen Autor viel mehr treffen als Aussagen wie „Mit der Protagonistin konnte ich einfach nicht warm werden“. Der Ton macht die Musik.

    Die Buchbranche ist ja immer so eigen. Es gibt nirgends sonst eine Diskussion darüber, ob man negative Meinung für sich behalten soll. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Elektronikgeräte-Hersteller fordert, dass zu seinem neuesten Produkt bitte nur noch gute Rezensionen online gestellt werden sollen.

    Ich finde Aussagen wie ,,es war okay, aber einfach nicht mein Genre“ schon immer schwierig. Sich in neue Genres zu wagen ist gut, das sollte jeder Mal tun. Aber dass einem das Buch dann nicht gefallen hat, liegt womöglich nicht am Buch, sondern an dem Genre. Deshalb finde ich Bewertungen an dieser Stelle schon immer … schwierig zu beurteilen.

    Ich glaube, dass die Diskussionen da immer etwas aus Leidenschaft eskalieren. Manche Autoren können nicht mit Kritik umgehen, manche Blogger oder Leser können es nicht abhaben, wenn jemand ihr Lieblingsbuch schlecht bewertet. Zu viel Leidenschaft kann da schon gerne mal zu Überhitzung führen. Ich hoffe einfach, dass die Leute wieder runterkommen und akzeptieren können, dass Meinungen unterschiedlich sein können.

    Toller Beitrag!
    Liebste Grüße, Kate

    Gefällt 1 Person

  5. Du sprichst mir sozusagen aus der Seele, ich bin Dir für diesen Beitrag sehr dankbar. Selbst bin ich bei meinen Rezensionen noch nicht mit ähnlicher Kritik konfrontiert worden, habe aber schon viel davon mitbekommen. Besonders wichtig finde ich das Cover. Auch wenn ich meinen Rezensionen das Cover nicht bewerte, finde ich sie sehr wichtig und sie sind die erste Hürde zum Kauf eines Buches – demnach auch ein wichtiger Teil des Buchs und muss im besten Fall genau den selben Stil haben, in dem der Autor das Buch geschrieben hat. Einfach? Ohne Frage ist diese Aufgabe für Verlagsarbeiter schwierig, doch gerade deswegen sollte auch sie bewertet werden.
    Bei Bewertung durch Sterne bin ich skeptisch. Einerseits habe ich zwar nichts dagegen, ich finde jedoch, dass man ein Buch nur über Texte bewerten kann. Alles andere wird der Arbeit des Autors nicht gerecht.
    Vielen Dank für Deinen Beitrag!
    VG Jasper

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